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  Schnecken und andere Schädlinge
 

Schnecken

Nicht alle Schnecken im Garten richten Fraßschäden an Pflanzen an. Im Gegenteil - viele Schneckenarten sind Bestandteil des natürlichen Gleichgewichtes im Garten. Sie fressen und zersetzen tote Pflanzenteile und Kleinstgetier und helfen so bei der Humusbildung. Dies gilt für die meisten Gehäuseschnecken. Besonders auch für die Jungschnecken der Weinbergschnecke - sie ernähren sich von den Eigelegen der Nacktschnecken. Problematisch ist die Massenansammlung und Vermehrung dieser Nacktschnecken wie z.B. der Gartenwegschnecke, der Spanischen Wegschnecke und der Ackerschnecke. Sie ernähren sich von grünen Pflanzenteilen oder auch, je nach Schneckenart, von den Wurzeln der Pflanzen.

Die nachhaltig beste Methode gegen Schneckenplagen ist die Anlage eines naturnahen Gartens, der den Nützlingen und damit natürlichen Feinden der Schnecken Unterschlupf gewährt. Zu den Schneckenvertilgern zählen neben Igeln, Kröten, Fröschen und Blindschleichen auch Spitzmäuse und viele Vogelarten wie z.B. Amsel, Elster und Star sowie - auch der Maulwurf! Die Eigelege der Schnecken werden auch von Laufkäfern, Glühwürmchen und Hundertfüßlern gefressen. Locken Sie diese Tiere in Ihren Garten.

Sind die Schnecken erst einmal da, versuchen Sie folgende Methoden, am besten wirksam in Kombination:

  • Sammeln Sie die Tiere regelmäßig ein. Konsequenz und Sorgfältigkeit werden hier belohnt. Holzbretter oder Dachziegel in die Beete legen und täglich die drunter geschlüpften Schnecken absammeln. Auch unter ausgelegten großen Rhabarberblättern sammeln sich die Schnecken.

  • Schnecken brauchen Feuchtigkeit. Halten Sie deshalb den Boden um die gefährdeten Pflanzen möglichst gelockert und mulchen Sie nur wenig, um den Boden trocken zu halten. Beregnen Sie die Beete nicht abends sondern frühmorgens, damit die nachtaktiven Schnecken die Feuchtigkeit nicht zur Nahrungssuche ausnutzen können. Wenn möglich, auch auf flächendeckendes Gießen verzichten und die Pflanzen stattdessen einzeln und kräftig alle paar Tage wässern, so dass den Schnecken die Feuchtigkeit fehlt.

  • Pflanzen Sie Bohnenkraut, Kamille, Lavendel, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei oder Thymian. Diese Pflanzen gelten als Schnecken abschreckend.

  • Lockern Sie die Beete im Spätherbst nach dem ersten Frost besser im zeitigen Frühjahr durch leichtes Hacken gründlich durch. Die Eigelege der Schnecken bestehen aus hunderten von Eiern die im Boden überwintern und dadurch zerstört werden.

  • Legen Sie einen Schneckenzaun an. Eine etwas kostenintensivere Variante. Im Fachhandel erhältlich aus Blech mit gebogener Kante. Hindert die Schnecken am Überklettern der Grenze.

  • Bei der Möglichkeit zur artgerechten Haltung und entsprechenden Größe des Gartens ist die Haltung von Indischen Laufenten und Hühnern eine weitere Methode, sie werden den Garten schneckenfrei halten.

Vom Aufstellen von Bierfallen raten wir ab. Diese sind nicht sonderlich effektiv, qualvoll für die Tiere und locken zudem nur weitere Schnecken an. Das Streuen von Schutzringen aus Kalk, Sägemehl oder Kaffeesatz ist ebenfalls mühsam, da die Sache sich nach dem nächsten Regenguss erledigt hat.

Der Einsatz von Schneckenkorn oder anderen chemischen Giften ist nicht zu empfehlen. Das Gift tötet nicht nur die Schnecken, sondern auch alle bis dahin vorhandenen Nützlinge und das gesamte Bodengleichgewicht. Die Natur erhält wieder nicht die Gelegenheit sich selbst zu regulieren, so dass der Besuch von Schädlingen damit dauerhaft nicht vermieden werden kann: Ein Garten im Einklang mit der Natur ist erheblich unanfälliger gegen Schneckenbefall.

 
Blattläuse

Ein hilfreiches Mittel gegen Blattläuse und Milben bei akutem Befall ist eine selbst angesetzte Brennnesselbrühe. Auf 10 Liter Wasser ein Kilo kleingehackte Brennnesseln ansetzen und nach 24 Stunden unverdünnt auf die betroffenen Pflanzen tropfnass spritzen + Wiederholungsspritzung nach ein paar Tagen. Den Sud innerhalb von 5 Tagen aufbrauchen, da der Ansatz danach verjaucht.

Langfristig macht es mehr Sinn, im Garten das biologische Gleichgewicht zu fördern. Holen Sie sich Nützlinge in den Garten, die Ihnen bei der Bekämpfung helfen: Marienkäfer ernähren sich hauptsächlich von Blattläusen. Verzichten Sie auch auf im Frühjahr vorbeugende chemische Spritzungen gegen Lausbefall, da diese den Marienkäfern jegliche Nahrungsgrundlage nach dem Winterschlaf nehmen und diese zudem selbst angreifen. Fördern Sie den Einzug von Ohrwürmern in Ihrem Garten, sie fressen vermehrt Blattläuse, Spinnmilben und andere kleine Insekten.


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