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Bauernweisheiten und Bauernregeln für das Gartenjahr

Januar
Wenn zum 6. Januar kein Winter ist, so kommt keiner.
Ist der Januar feucht und lau wird das Frühjahr trocken und rau.
So viel Tropfen im Januar, so viel Schnee im Mai.
Wirft der Maulwurf Hügel im Januar auf, dauert der Winter bis zum Mai drauf.
Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß.
Februar
Sonnt sich die Katze im Februar im Frei'n, muß sie im Märzen zum Ofen hinein.
Ist der Februar kalt und trocken, soll der August heiß werden.
Wenn's im Februar nicht recht schneit, schneit es in der Osterzeit.
Sankt Dorothee ( 06. Februar ) bringt meistens Schnee.
Auf Sankt Peters Fest ( 22. Februar ) sucht der Storch sein Nest.
Wenn neues Eis Matthiah ( 24. Februar ) bringt, so friert's noch 40 Tage.
März
Regnet's am Ostertag, so regnet's alle Sonntag.
Woher zu Ostern der Wind kommt gekrochen, daher kommt er sieben Wochen.
Donnert's im März,  schneits im Mai.
Märzregen bringt wenig Sommerregen.
Wenn im März viel Winde wehn, wird’s im Mai dann warm und schön.
Wie das Wetter auf 40 Märtyrer ( 10. März ) fällt, 40 Tage dasselbe anhält.
Ist an Ruprecht  27. März ) der Himmel rein, so wird er's auch im Juli sein.
April
Marienkäfer, die im April schon schwirren, müssen im Mai dann erfrieren.
Heller Mondschein in der Aprilnacht schadet of der Blütenpracht.
Auf nassen April folgt ein trockener Juni.
Aprilflöcklein bringen Maienglöcklein.
Ein Wind, der von Ostern bis Pfingsten regiert, im ganzen Jahr sich wenig verliert.
Wenn der Kuckuck am 09. April nicht gesungen hat, ist er erfroren.
Ist's an Georgi ( 24. April ) warm und schön, wird man noch raue Wetter sehn.
Solange es vor Sankt Markustag ( 25. April ) warm ist, solange ist es nachher kalt.
Friert's am Tag von Sankt Vital ( 28. April ), friert es wohn nach 15 mal.
Mai
Wenn im Mai die Wachteln schlagen, künden sie von Regentagen.
Maienfrost Blüten und Früchte das Leben kost.
Johanninacht ( 06. Mai ) gesteckte Zwiebel wird groß fast wie ein Butterkübel.
Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bis dass herein Servatius ( 13. Mai ) bricht.
Der Josef ( 19. mai ) macht dem Winter ein End.
Regnet's am Himmelfahrtstag, so regnet’s 10 Sonntage danach.
Juni
Wenn naß und kalt der Juni war, verdarb er fast das ganze Jahr.
Der Juni macht Heu.
Stellt der Juni mild sich ein, wird mild auch der Dezember sein.
Wenn Sankt Anton ( 13. Juni ) gut Wetter lacht, Sankt Peter ( 29. Juni ) viel in Wasser macht.
Sankt Veit ( 15. Juni ) bringt den Regen mit.
Wenn an Johanni ( 24. Juni ) die Linde blüht, ist an Jakobi ( 25. Juli ) das Korn reif.
Das Wetter am Siebenschläfertag ( 27. Juni ) sieben Wochen bleiben mag.
Regnet's am Sankt-Peters-Tag ( 29. Juni ) drohen dreißig Regentag.
Juli
Die Julisonne arbeitet für zwei.
Wenn es im Juli bei Sonnenschein regnet, man viel giftigem Mehltau begegnet.
Macht der Juli uns heiß, bringt der Winter viel Eis.
Was Juli und August am Wein nicht vermocht, das wird vom September nicht gargekocht.
Weht im Juli der Nord, hält gutes Wetter an; ziehen die Störche schon fort, rückt der Winter bald heran.
Ist Siebenbrüder ( 10. Juli ) ein Regentag, so regnet es noch sieben Wochen danach.
Regnet's an unserer Frauen Tag ( 02. Juli ), so regnet's nachher vierzig Tag.
Jakobi ( 25. Juli ) klar und rein, wird's Christfest frostig sein.
August
Ist der August am Anfang heiß, wird der Winter streng und weiß. Stellt sich Gewitter ein, wird's bis Ende auch so sein.
Ist's von Sankt Petri ( 01. August ) bis Lorenzi (10. August) heiß, dann  bleibt der Winter lange weiß.
Wie das Wetter am Kassian ( 13. August ) hält es mehrere Tage an.
Wie das Wetter am Bartheltag ( 24. August ) stellt ein, so soll's den ganzen September sein.
Bleiben die Ströche noch an Bartholomä ( 24. August ), kommt ein Winter, der tut nicht weh.
September
Viel Eicheln im September - viel Schnee im Dezember.
Septemberregen wirkt wie Gift, wenn er die reifen Trauben trifft.
Septemberdonner prophezeit vielen Schnee zur Weihnachtszeit.
Späte Rosen im Garten: schöner Herbst! Und der Winter kann warten.
Ziehen die wilden Gänse weg, fällt der Altweibersommer in den Dreck.
September warm, Oktober kalt.
Wie im September tritt der Neumond ein, so wird das Wetter den Herbst durch sein.
Maria Geburt ( 08. September ) jagt alle Schwalben furt.
Bringt Sankt Gorgon ( 09. September ) Regen, folgt ein Herbst mit wenig Segen.
Trocken wird das Frühjahr sein, ist Sankt Lambert ( 17. September ) klar und rein.
Trifft Matthäus ( 21. September ) stürmisch ein, wird's bis Ostern Winter sein.
Nebelt's an Sankt Kleophas ( 25. September ) wird der ganze Winter naß.
Sind um Michel ( 29. September ) die Vögel noch hier, haben bis Weihnachten lind Wetter wir.
Michael mit Nord und Ost deutet auf 'nen scharfen Frost.
Oktober
Wie der Oktober, so der März - das bewährt sich allerwärts.
Viel Regen im Oktober und November macht viel Wind im Dezember.
Tummelt sich die Haselmaus, bleibt der Winter noch lange aus.
Wenn im Oktober die Eiche ihr Laub behölt, so folgt ein Winter mit strenger Kält'.
Siehst du fremde Wandervögel, wird es kalt nach aller Regel.
Im Oktober Sturm und Wind, uns den frühen Winter kündt.
Im Oktober der Nebel viel bringt im Winter der Flocken Spiel.
Regnet es an Sankt Dionys ( 09. Oktober ) wird der Winter naß gewiß.
Auf Sankt Gall ( 09. Oktober ) bleibt die Kuh im Stall.
Wenn Sankt Gallus Regen fällt, der Regen sich bis Weihnachten hält.
Ist Sankt Lukas ( 18. Oktober ) mild und warm, kommt ein Winter, dass Gott erbarm.
Sankt Ursulas (21. Oktober ) Beginn zeigt auf den Winter hin.
Wenn Simon Judä ( 28. Oktober ) schaut, Pflanze Bäume, schneide Kraut!
November
Glatter Pelz beim Wilde, dann wird der Winter milde.
Bringt Allerheiligen ( 01. November ) einen Winter, so bringt der Stankt Martin ( 11. November ) einen Sommer.
Schnee zu Allerheiligentag selten lange liegen mag.
An Allerheiligen Sonnenschein tritt der Nachsommer ein.
Nebliger Martin ( 11. November ) - Winter gelind; heller Martin - strenger Winter.
Wenn das Laub nicht vor Martini abfällt, sich ein harter Winter lange hält.
Sankt Elisabeth ( 19. November ) sagt's an, was der Winter für ein Mann.
Wie Sankt Kathrein ( 25. November ) wird's auch an Neujahr sein.
Friert es auf Virgilius ( 27. November ) im Märzen Kälte kommen muß.
Der Andräschnee ( 30. November ) bleibt hundert Tage liegen und erstickt das Getreide.
Dezember
Fließt im Dezember noch der Birken Saft, dann kriegt der Winter keine Kraft.
Kalter Dezember - zeitiger Frühling.
Fällt zu Eligius ( 01. Dezember ) ein kalter Wintertag, die Kälte wohl vier Monde dauern mag.
Regnet's auf Sankt Nikolaus ( 06. Dezember ) wird der Winter streng und graus.
Wenn der Nebel zu Vollmond tost, folgt ein langer harter Frost.
Christtag im Freien, Ostern ums Feuer.
Wind in der Silvester ( 31. Dezember ) Nacht, hat nie Wein und Korn gebracht.
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Allgemeine Bauernweisheiten

Mit Speck fängt man Mäuse.

Wenn das Pferd tot ist, nützt kein Heu mehr.

Ein rechtschaffener Ochse geht mitten durch den Dreck.

Man muß nicht vom Ochsen verlangen, dass er in der Bibel lesen soll.

Ochsen gehören auf den Acker und nichts aufs Rathaus.

Des Pferdes Gemüt zeugt von des Knechts Geblüt.

Wer ein Pferd braucht und hält deren zwei, dem schlagen sie über Nacht die Haustür entzwei.

Der Bauer muß seinen Pflug selber führen, wenn es gedeihen soll.

Das Schaf blökt immer auf die gleiche Weise.

Wer seinen Hund liebt, muß auch seine Flöhe lieben.

Wenn die Krähe schreit, ist der Regen nicht weit.

Wenn die Spinnen wirken, wird ander Wetter.

Es ist leicht, geduldig zu sein, wenn man ein Schaf ist.

Wo Frösche sind, da sind auch Störche.

Maulwurfshaufen muß man auf keinem Kiesboden suchen.

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Wo es Brauch ist, legt man die Kuh ins Bett.

Die Gänse gehen nicht zum Braten.

Hunde, die bellen, beißen nicht.

Wer sich zum Lamm macht, den fressen die Wölfe.

Kluge Hühner legen auch in die Nesseln.

Am Neste kann man sehen, was für ein Vogel darin wohnt.

Dreitägiger Fisch taugt auf keinem Tisch, und dreitägiger Gast wird leicht zur Last.

Es ist dafür gesorgt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Guter Wein preist sich selbst.

Was nicht blüht, das körnert nicht.

An jungen Bäumen, wenn sie gerade wachsen sollen, muß man bisweilen etwas abhauen.

Dem Unkraut schadet der Frost nicht.

Je fester man eine Nessel anfasst, desto weniger brennt sie.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Ist die Birne reif, fällt sie von selber vom Ast.

Wie gesät, so geschnitten.

Hoher Baum fängt viel Wind.

Unter Dornen wachsen Rosen.

Reifes Obst soll man pflücken bei wachsendem Mond.

Wenn die Reben weinen, so steckt noch Kälte dahinter.

Frühe auf und langsam nieder bringt verloren Gut schon wieder.

Was einer früh um viere tut, das kommt ihm nachts um neun zu gut.

Wo der Pflug vom Rost gefressen, wird sehr wenig Korn gegessen.

Auch ein kleiner Besen kehrt die Tenne rein.

Was leicht erworben, scheint nicht teuer; was sauer ward, ist doppelt euer.

Dienstjahre sind keine Herrenjahre.

Morgenstund hat Gold im Mund.

Ein guter Tag fängt morgens an.

Man muß tun, was man kann, nicht was man mag.

Am Abend werden die Faulen fleißig.

Wer früh aufsteht, der viel verzehrt, wer lange schläft, den Gott ernährt.

Wenn die Magd wird Frau im Haus, so jagt sie den Herrn zum Fenster hinaus.

Wer mit der Magd tändelt, macht sie zur Herrin seiner Frau.

Wer nie Knecht gewesen, kann auch kein guter Herr sein.

Wer sich vom seinem Knecht lässt duzen, kann sich selber die Stiefel putzen.

Wer säet und die Saat nicht pflegt, hat umsonst die Hand bewegt.

Freien und backen gerät nicht immer.

Es steht dem Hause übel an, wenn kräht die Henne und piept der Hahn.

Landleute heiraten nach Land, Edelleute nach Stand, Hofleute nach Welt, Kaufleute nach Geld.

Guter Name ist ein schönes Heiratsgut.

Besser allein als in böser Gemein.

Brave Hausfrau bleibt daheim.

Bevor die Mädchen flügge, sind sie voller Tücke.

Putzen, Naschen, Weibergesang, sind des Hauses Untergang.

Rosen und Jungfern sind bald verblättert.

Ordnung hilft haushalten.

Wie der Baum, so die Birne, wie die Mutter, so die Dirne.

Wem die Frauen gut sterben und die Bienen gut schwärmen, der wird bald reich.

Eigner Herd ist Goldes wert.

Besser eignes Brot als fremden Braten.

Wer kleinen Gewinn verachten tut, der bekommt nimmer Grosses gut.

Wenn der Arme Dorfrichter wird, so ist es für den Reichen Zeit, die Gemeinde zu verlassen.

Fette Küche, magere Erbschaft.

Bei Geld und Gut wächst Liebesglut.

Lieben und Singen lässt sich nicht zwingen.

Du fragst dich, wird ich glücklich sein ? Du bist es, bild es dir nur ein.

Jugendsünden werden Altersschwächen.

Schöne Tage soll man am Abend loben, schöne Frauen frühmorgens.

Besser ein gesunder Bauer als ein kranker Kaiser.

Du musst dem Brunnen graben, bevor du Durst hast.

Der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht.

Durch Karten und Kanne wird mancher zum armen Manne.

Guter Mut ist halbes Leben.

Erst besinn's, dann beginn's.

Wer im Galopp lebt, fährt im Trab zum Teufel.

Haar und Unglück wächst über Nacht.

Jeder lügt in seinen eigenen Beutel.

Unkraut vergeht nicht.

Aus anderer Schüssel schmeckt es immer besser.

Der Wein ist die Milch der Alten.

Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch.

Üble Botschaft kommt immer zu früh.

Grobe Säcke muß man nicht mit Seide nähen.

Was der Bauer nicht kennt, das nennt er Kartoffelkraut.

Besser schlecht fahren, als stolz laufen.

Hüte dich, dass du den Leuten nicht in den Mund kommst, denn du kommst selten daraus.

Neue Besen kehren gut.

Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.

Dankbarkeit und Weizen gedeihen nur auf gutem Boden.

Beinahe bringt keine Mücken um.

Das Ei will klüger als die Henne sein.

Eine gute Ausrede ist drei Batzen wert.

Leere Töpfe klingen hell.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Der Wind, der sich mit der Sonne erhebt und legt, bringt selten Regen.

Es schlägt nicht immer ein, wenn es blitzt.

Fällt das Laub zeitig im Garten, so ist ein schöner Herbst und Winter zu erwarten.

Mit Ostwind schönes Wetter beginnt.

Der Nordwind vertreibt den Regen.

Ein Tag Regen tränkt sieben dürre Wochen.

Wenn die Bäume zweimal blühen, wird der Winter sich bis Mai hinziehen.

Dunkler Montag, helle Woche.

Auf trüben Morgen folgt heiterer Tag.

Je dunkler die Nacht, desto schöner der Tag.

Je mehr Donnerwetter, je fruchtbarer das Jahr.

Man bindet die Kuh fest, ehe man zu melken beginnt.

Wenn das Pferd tot ist, nützt kein Heu mehr.

Wer sich selber zum Esel macht, dem will jeder Säcke aufladen.

Wenn die Sau satt ist, stößt sie den Trog um.


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